Lisa Stumpenhagen
Knochengesundheit: So können Sie Osteoporose vorbeugen

Unsere Knochen tragen uns ein Leben lang. Trotzdem beschäftigen sich viele Menschen erst mit ihrer Knochengesundheit, wenn bereits Beschwerden auftreten oder eine Osteoporose festgestellt wurde. Dabei wird die Grundlage für stabile Knochen schon viele Jahre früher gelegt.
Bewegung, Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen spielen eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Knochen. Wer frühzeitig auf seine Knochengesundheit achtet, kann selbst einiges dazu beitragen, die Knochen möglichst lange stabil und belastbar zu halten.
Unsere Knochen verändern sich ein Leben lang
Knochen sind kein starres Gerüst. Das Knochengewebe wird kontinuierlich auf- und abgebaut und passt sich an unterschiedliche Belastungen an. In jungen Jahren überwiegt zunächst der Knochenaufbau. Die maximale Knochenmasse wird in der Regel im jungen Erwachsenenalter erreicht. Danach verschiebt sich das Gleichgewicht allmählich und mit zunehmendem Alter wird mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut. Wie ausgeprägt dieser Verlust ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Alter und genetischer Veranlagung spielen beispielsweise Bewegung, Ernährung, Hormone und bestimmte Erkrankungen eine Rolle.
Bewegung macht nicht nur Muskeln stark
Unsere Knochen brauchen Belastung. Durch Bewegung wirken Zug- und Druckkräfte auf das Knochengewebe und setzen Reize, die für den Erhalt stabiler Knochen wichtig sind. Besonders geeignet sind Aktivitäten, bei denen das eigene Körpergewicht getragen wird, sowie Krafttraining. Dazu gehören beispielsweise zügiges Gehen, Treppensteigen, Wandern oder gezielte Übungen mit Gewichten.
Gleichzeitig stärkt regelmäßige Bewegung die Muskulatur und verbessert Koordination und Gleichgewicht. Gerade mit zunehmendem Alter ist das wichtig, da eine gute Muskelkraft und Körperkontrolle dazu beitragen können, Stürze und damit verbundene Knochenbrüche zu vermeiden. Wer regelmäßig Sport treibt, tut damit also nicht nur etwas für Herz, Stoffwechsel und Muskulatur, sondern auch für seine Knochen.
Was ist Osteoporose?
Bei einer Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab und die Struktur des Knochengewebes verändert sich. Dadurch werden die Knochen weniger stabil und das Risiko für Knochenbrüche steigt. Die Erkrankung entwickelt sich häufig über viele Jahre und verursacht zunächst keine eindeutigen Beschwerden. Nicht selten wird eine Osteoporose deshalb erst entdeckt, wenn es zu einem Knochenbruch kommt.
Besonders häufig betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren, da der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau beschleunigen kann. Osteoporose betrifft jedoch keineswegs ausschließlich Frauen. Auch Männer können mit zunehmendem Alter an Knochenmasse verlieren und eine Osteoporose entwickeln.
Welche Faktoren erhöhen das Osteoporose-Risiko?
Das persönliche Risiko wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Einige davon können wir nicht verändern, andere hingegen schon. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören unter anderem:
- zunehmendes Alter
- Osteoporose in der Familie
- Bewegungsmangel
- Untergewicht
- Rauchen
- hoher Alkoholkonsum
- eine unzureichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D
- hormonelle Veränderungen
- bestimmte Erkrankungen und Medikamente
Das Vorliegen eines einzelnen Risikofaktors bedeutet nicht automatisch, dass eine Osteoporose entsteht. Je mehr Faktoren zusammenkommen, desto sinnvoller kann es jedoch sein, die eigene Knochengesundheit gezielt im Blick zu behalten.
Calcium: Ein wichtiger Baustein unserer Knochen
Ein großer Teil des Calciums im Körper befindet sich in den Knochen und Zähnen. Der Mineralstoff trägt wesentlich zu ihrer Stabilität bei. Calcium wird über die Ernährung aufgenommen. Gute Quellen sind beispielsweise Milch und Milchprodukte, bestimmte calciumreiche Mineralwässer sowie einige Gemüsearten und calciumangereicherte pflanzliche Alternativen.
Eine ausreichende Calciumzufuhr ist wichtig – mehr ist jedoch nicht automatisch besser. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nicht grundsätzlich auf Verdacht eingenommen werden.
Vitamin D und Knochengesundheit
Vitamin D spielt eine besondere Rolle, weil es die Aufnahme von Calcium aus dem Darm unterstützt und damit wesentlich zum Knochenstoffwechsel beiträgt.
Einen großen Teil des benötigten Vitamin D kann der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden. In Deutschland reicht die UV-B-Strahlung insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten jedoch häufig nicht aus, um ausreichend Vitamin D über die Haut zu produzieren. Der individuelle Vitamin-D-Status lässt sich über eine Blutuntersuchung bestimmen. Das kann insbesondere bei Risikofaktoren für einen Vitamin-D-Mangel oder eine Osteoporose sinnvoll sein.
Welche Rolle spielen Hormone?
Auch Hormone haben erheblichen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Besonders deutlich wird dies bei Frauen während und nach den Wechseljahren. Sinkt der Östrogenspiegel, kann sich der Knochenabbau beschleunigen. Aber auch bei Männern können hormonelle Veränderungen die Knochengesundheit beeinflussen. Darüber hinaus können beispielsweise Störungen der Schilddrüsenfunktion Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel haben.
Knochengesundheit sollte deshalb immer im Zusammenhang mit Alter, Lebensphase, Lebensstil und individuellen Risikofaktoren betrachtet werden.
Kann man Osteoporose im Blut erkennen?
Eine Osteoporose lässt sich nicht allein anhand einer Blutuntersuchung feststellen. Für die Diagnose spielt insbesondere die Messung der Knochendichte eine wichtige Rolle. Laboruntersuchungen können jedoch Hinweise auf Faktoren geben, die die Knochengesundheit und den Knochenstoffwechsel beeinflussen.
Dazu gehören beispielsweise Vitamin D, Calcium, Phosphat und Parathormon (PTH). Sie können unter anderem helfen, Störungen des Calcium- und Knochenstoffwechsels zu erkennen und mögliche Ursachen einer verminderten Knochengesundheit näher einzuordnen.
Ergänzend können sogenannte Knochenumbaumarker bestimmt werden. Osteocalcin gibt Hinweise auf die Knochenneubildung, während β-CrossLaps im Blut oder β-Crosslinks im Urin den Knochenabbau widerspiegeln. Diese Werte liefern zusätzliche Informationen über die Aktivität des Knochenstoffwechsels, ermöglichen für sich allein jedoch keine Diagnose einer Osteoporose.
Knochengesundheit beginnt nicht erst im Alter
Wer seine Knochen möglichst lange gesund halten möchte, sollte nicht erst mit 60 oder 70 Jahren darüber nachdenken. Bewegung und Ernährung beeinflussen die Knochengesundheit bereits in jüngeren Jahren. Regelmäßiges Krafttraining und Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Calciumzufuhr, ein guter Vitamin-D-Status sowie der Verzicht auf Rauchen gehören zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren.
Damit fügt sich die Knochengesundheit in ein größeres Gesamtbild ein: Viele Maßnahmen, die unsere Knochen unterstützen, wirken sich gleichzeitig positiv auf Muskulatur, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Gesundheit aus.
Fazit: Heute in starke Knochen investieren
Knochen verändern sich ein Leben lang. Wie gesund und belastbar sie im höheren Alter sind, wird deshalb auch davon beeinflusst, wie wir heute leben. Regelmäßige Bewegung, insbesondere Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D schaffen wichtige Voraussetzungen für den langfristigen Erhalt der Knochengesundheit.
Wer zusätzliche Risikofaktoren hat, sollte seine Knochengesundheit frühzeitig ansprechen und gegebenenfalls ärztlich abklären lassen. So kann Osteoporose möglichst früh erkannt und gezielt behandelt werden.
Redaktioneller Hinweis:
Dieser Beitrag wurde von unserer Redaktion erstellt und medizinisch von unseren Fachärzt*innen geprüft. Die Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.






