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 Lisa Stumpenhagen

Herz-Kreislauf-Gesundheit: Was Sie selbst für Herz und Gefäße tun können

Unser Herz schlägt jeden Tag rund um die Uhr und versorgt gemeinsam mit den Blutgefäßen den gesamten Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wie gesund Herz und Gefäße langfristig bleiben, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bewegung, Ernährung und Lebensstil spielen dabei ebenso eine Rolle wie Blutdruck, Blutfette und Blutzucker.

Das Besondere: Viele Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen über lange Zeit keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, die eigene Herz-Kreislauf-Gesundheit frühzeitig im Blick zu behalten.

Was gehört zur Herz-Kreislauf-Gesundheit?

Das Herz-Kreislauf-System besteht aus dem Herzen und einem weit verzweigten Netz aus Blutgefäßen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Blut durch den Körper transportiert und unsere Organe zuverlässig versorgt werden. 
Mit zunehmendem Alter können sich die Blutgefäße verändern. Ablagerungen in den Gefäßwänden können dazu führen, dass Gefäße enger und weniger elastisch werden. Dieser Prozess wird als Arteriosklerose bezeichnet und kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Wie hoch das persönliche Risiko ist, hängt jedoch nicht allein vom Alter ab. Auch genetische Veranlagung, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte können eine Rolle spielen.

Bewegung: Ein wichtiger Baustein für Herz und Gefäße

Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten Faktoren, die wir selbst beeinflussen können. Dabei muss es nicht immer intensiver Sport sein. Schon mehr Bewegung im Alltag kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Körperliche Aktivität trainiert das Herz-Kreislauf-System und kann unter anderem dazu beitragen, den Blutdruck zu senken, den Zuckerstoffwechsel zu verbessern und die Blutfettwerte günstig zu beeinflussen.

Besonders sinnvoll ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Während Aktivitäten wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen vor allem das Herz-Kreislauf-System beanspruchen, unterstützt Krafttraining zusätzlich den Erhalt von Muskelmasse und Kraft. Damit ist Bewegung nicht nur für sportlich aktive Menschen relevant. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge in nahezu jedem Lebensalter.

Cholesterin: Nicht nur der Gesamtwert zählt

Cholesterin ist für den Körper lebensnotwendig und unter anderem Bestandteil unserer Zellmembranen und Ausgangsstoff für verschiedene Hormone. Problematisch kann es werden, wenn bestimmte Blutfette dauerhaft erhöht sind. Bei einer Untersuchung werden deshalb häufig mehrere Werte betrachtet:

  • Gesamtcholesterin: gibt einen ersten Überblick über die Cholesterinmenge im Blut.
  • LDL-Cholesterin: kann sich bei erhöhten Konzentrationen in den Gefäßwänden ablagern und ist ein wichtiger Faktor für das Herz-Kreislauf-Risiko.
  • HDL-Cholesterin: ist am Rücktransport von Cholesterin zur Leber beteiligt.
  • Triglyceride: erhöhte Werte können ebenfalls mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sein.

Die einzelnen Werte sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden. Für die Beurteilung des persönlichen Risikos spielen auch Faktoren wie Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes und familiäre Vorbelastung eine Rolle.

Lipoprotein(a): Das weitgehend genetisch bestimmte Risiko

Neben den klassischen Cholesterinwerten gibt es weitere Laborwerte, die zusätzliche Informationen über das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko liefern können. Einer davon ist Lipoprotein(a), kurz Lp(a). Die Höhe des Lp(a)-Wertes wird genetisch bestimmt und lässt sich durch Ernährung oder Bewegung nicht beeinflussen. Ein erhöhter Wert kann mit einem höheren Risiko für arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein.

Da viele Menschen nichts von einem erhöhten Lp(a)-Wert wissen, kann insbesondere bei einer familiären Vorbelastung eine Bestimmung sinnvoll sein. Bei einem erhöhten Wert können andere beeinflussbare Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Blutdruck, Rauchen oder Blutzucker umso wichtiger werden.

Auch der Blutzucker spielt eine Rolle

Herz-Kreislauf-Gesundheit und Zuckerstoffwechsel hängen eng zusammen. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die Blutgefäße schädigen und langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Neben dem Nüchternblutzucker ist deshalb insbesondere der HbA1c-Wert interessant. Er ermöglicht einen Blick auf die durchschnittliche Blutzuckersituation der vergangenen Wochen und kann Hinweise auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel geben.

Gerade wenn bereits weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte oder familiäre Vorbelastungen bestehen, lohnt es sich, auch den Zuckerstoffwechsel im Blick zu behalten.

Welche Werte können für die Herz-Kreislauf-Vorsorge interessant sein?

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt immer von der individuellen Situation ab. Einen grundlegenden Einblick können unter anderem folgende Werte geben:

  • Gesamtcholesterin
  • LDL-Cholesterin
  • HDL-Cholesterin
  • Triglyceride
  • Nüchternblutzucker
  • HbA1c
  • ggf. Lipoprotein(a), falls noch nicht bestimmt

Je nach persönlichem Risiko und familiärer Vorgeschichte können weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Auch der Blutdruck gehört zu den zentralen Faktoren der Herz-Kreislauf-Vorsorge. Er lässt sich zwar nicht über eine Blutuntersuchung bestimmen, sollte bei der Einschätzung des persönlichen Risikos aber unbedingt berücksichtigt werden.

Herz-Kreislauf-Gesundheit lässt sich aktiv unterstützen

Nicht alle Risikofaktoren können wir verändern. Alter und genetische Veranlagung gehören beispielsweise dazu. Viele andere Faktoren lassen sich jedoch durch den eigenen Lebensstil beeinflussen.

Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen, ausreichend Schlaf und ein gesundes Körpergewicht können dazu beitragen, Herz und Gefäße langfristig gesund zu halten. Gleichzeitig helfen regelmäßige Kontrollen dabei, Veränderungen bei Blutdruck, Blutfetten oder Blutzucker frühzeitig zu erkennen. Wer seine persönlichen Risikofaktoren kennt, kann gezielter an den Stellschrauben arbeiten, die sich tatsächlich beeinflussen lassen.

Fazit: Heute an morgen denken

Herz-Kreislauf-Vorsorge beginnt nicht erst, wenn Beschwerden auftreten. Viele Veränderungen entwickeln sich über Jahre, ohne dass wir sie im Alltag bemerken. Regelmäßige Bewegung und ein gesundheitsbewusster Lebensstil schaffen wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Laborwerte können zusätzlich dabei helfen, die eigene Ausgangssituation besser einzuschätzen und Veränderungen im Blick zu behalten. So wird Vorsorge zu einem aktiven Bestandteil der langfristigen Gesundheit – unabhängig davon, ob Sie regelmäßig Sport treiben oder einfach möglichst lange gesund und leistungsfähig bleiben möchten.

Redaktioneller Hinweis:
Dieser Beitrag wurde von unserer Redaktion erstellt und medizinisch von unseren Fachärzt*innen geprüft. Die Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.

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