Lisa Stumpenhagen
Schilddrüsenunterfunktion: Symptome früh erkennen und richtig behandeln

Ständige Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Konzentrationsprobleme – viele Beschwerden werden zunächst auf Stress oder das Älterwerden geschoben. Tatsächlich kann aber auch eine Schilddrüsenunterfunktion dahinterstecken. Erfahren Sie, welche Symptome typisch sind, wie die Erkrankung festgestellt wird und welche Laborwerte Aufschluss geben können.
Schilddrüsenunterfunktion: Wenn der Stoffwechsel langsamer arbeitet
Die Schilddrüse produziert Hormone, die zahlreiche Prozesse im Körper steuern. Sie beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel, den Energieverbrauch, die Herzfunktion und die Körpertemperatur. Produziert die Schilddrüse dauerhaft zu wenige Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
Da sich die Beschwerden meist schleichend entwickeln, bleibt die Erkrankung häufig lange unbemerkt. Viele Betroffene fühlen sich über Monate oder sogar Jahre zunehmend erschöpft, ohne die Ursache zu kennen.
Welche Symptome sind typisch?
Da Schilddrüsenhormone nahezu alle Organe beeinflussen, können die Beschwerden sehr unterschiedlich ausfallen. Nicht jeder Mensch entwickelt dieselben Symptome.
Häufige Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind:
- anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- erhöhte Kälteempfindlichkeit
- Konzentrationsprobleme
- verlangsamtes Denken
- depressive Verstimmungen
- trockene Haut
- Haarausfall
- Verstopfung
- verlangsamter Puls
Viele dieser Beschwerden entwickeln sich schleichend und werden deshalb häufig zunächst anderen Ursachen zugeschrieben.
Woher kommt eine Schilddrüsenunterfunktion?
Die häufigste Ursache in Deutschland ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Im Laufe der Zeit wird die Schilddrüse dadurch zunehmend geschädigt und produziert immer weniger Hormone.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- ein ausgeprägter Jodmangel
- Operationen oder Radiojodtherapie der Schilddrüse
- bestimmte Medikamente
- selten angeborene Störungen
Besonders Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
Wann sollte die Schilddrüse untersucht werden?
Eine Laboruntersuchung kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen oder mehrere Symptome gleichzeitig auftreten.
Dazu gehören beispielsweise:
- anhaltende Müdigkeit
- unerklärliche Gewichtszunahme
- Konzentrationsprobleme
- trockene Haut oder Haarausfall
- Zyklusstörungen oder unerfüllter Kinderwunsch
- familiäre Vorbelastung
- bekannte Autoimmunerkrankungen
Auch wenn bereits eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt wird, sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um die Therapie optimal anzupassen.
Welche Blutwerte geben Aufschluss?
Die wichtigste Untersuchung ist die Bestimmung des TSH-Wertes. Er reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen der Schilddrüsenfunktion und dient als erster Hinweis auf eine Unterfunktion.
Je nach Fragestellung können zusätzlich bestimmt werden:
- fT4 (freies Thyroxin): zeigt, wie viele Schilddrüsenhormone die Schilddrüse produziert.
- fT3 (freies Trijodthyronin): gibt Auskunft über das biologisch aktive Schilddrüsenhormon.
- TPO-Antikörper (TPO-AK): helfen dabei, eine Hashimoto-Thyreoiditis nachzuweisen.
Ergänzend können auch Ferritin, Jod und Selen sinnvoll sein, da diese Nährstoffe eine wichtige Rolle für die normale Schilddrüsenfunktion spielen.
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?
Die Behandlung erfolgt in der Regel durch die Einnahme des Schilddrüsenhormons Levothyroxin. Ziel ist es, den Hormonmangel auszugleichen und die Schilddrüsenwerte wieder in den Normalbereich zu bringen.
Bis die passende Dosierung gefunden ist, sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig. Erst dadurch lässt sich beurteilen, ob die Behandlung ausreichend wirkt oder angepasst werden sollte.
Fazit
Eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich häufig schleichend und verursacht oft unspezifische Beschwerden. Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Konzentrationsprobleme müssen deshalb nicht einfach hingenommen werden.
Eine gezielte Untersuchung der Schilddrüsenwerte kann helfen, die Ursache frühzeitig zu erkennen und eine passende Behandlung einzuleiten. In unseren Direktlaboren können Sie die wichtigsten Schilddrüsenparameter bestimmen lassen und so wertvolle Hinweise auf die Funktion Ihrer Schilddrüse erhalten.
Redaktioneller Hinweis:
Dieser Beitrag wurde von unserer Redaktion erstellt und medizinisch von unseren Fachärzt*innen geprüft. Die Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.




