Hashimoto-Thyreoiditis
Hashimoto-Thyreoiditis
ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich die eigene Schilddrüse angreift. Dadurch entsteht eine Entzündung, die langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen kann. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, depressive Verstimmungen und Konzentrationsprobleme.
Hashimoto betrifft vor allem Frauen und wird häufig erst spät erkannt, da die Beschwerden unspezifisch sind und sich schleichend entwickeln.
Wer ist betroffen?
Vor allem Frauen erkranken an Hashimoto – besonders häufig zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Die Erkrankung kann jedoch auch in jüngeren Jahren auftreten. Eine familiäre Veranlagung spielt oft eine Rolle: Wenn bereits nahe Verwandte eine Autoimmunerkrankung haben (z. B. Hashimoto, Morbus Basedow, Typ-1-Diabetes oder Zöliakie), ist das Risiko erhöht.
Symptome: Oft schleichend und unspezifisch
Hashimoto beginnt meist unbemerkt. Zu Beginn kann es sogar vorübergehend zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen, weil entzündete Zellen vermehrt Hormone freisetzen. Später überwiegt jedoch die Unterfunktion, da das Schilddrüsengewebe zunehmend geschädigt wird.
Typische Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion sind:
- chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit
- Kälteempfindlichkeit
- Verstopfung
- trockene Haut, Haarausfall und brüchige Nägel
- Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch
Viele Betroffene leiden über Jahre unter diesen unspezifischen Symptomen – ohne zu wissen, dass die Schilddrüse die Ursache sein könnte.
Diagnose: Blutwerte und Antikörper
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Laborwerten und ggf. Ultraschall. Typisch sind:
- ein erhöhter TSH-Wert
- niedrige fT3- und fT4-Werte
- TPO-Antikörper (Anti-TPO): Sie weisen auf eine Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse hin
- manchmal auch TG-Antikörper (gegen Thyreoglobulin)
Ein Schilddrüsenultraschall kann zusätzlich Aufschluss geben: Oft zeigt sich eine verkleinerte, unregelmäßig strukturierte Schilddrüse mit verminderter Echogenität – ein Hinweis auf chronische Entzündung.
Behandlung: L-Thyroxin als Ersatztherapie
Hashimoto ist nicht heilbar – aber sehr gut behandelbar. Die Therapie besteht in der Regel aus einer lebenslangen Einnahme von L-Thyroxin, einem künstlichen Schilddrüsenhormon, das den natürlichen Hormonspiegel ausgleicht. Die Dosierung wird individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert.
Wichtig: Eine frühzeitige Diagnose und Therapie können viele Beschwerden lindern und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Hashimoto und Psyche
Viele Betroffene berichten neben körperlichen auch über psychische Symptome wie depressive Verstimmungen, Ängste oder Konzentrationsprobleme. Diese können direkt mit der Hormonlage zusammenhängen – oder durch die Unsicherheit im Krankheitsverlauf entstehen. Umso wichtiger ist eine gute ärztliche Begleitung und ein offener Umgang mit der Erkrankung.

