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21.04.2020

Das Immunsystem stärken

Warum das Immunsystem so wichtig ist

Zurzeit erleben wir alle mit Quarantäne, Kontaktsperre, geschlossenen Läden und Homeoffice eine sehr besondere Situation. Wir befinden uns in einer Pandemie, ausgelöst durch das Coronavirus

In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige wichtige Informationen und nützliche Tipps zu diesen Themen geben, z. B. wie Sie Ihren Körper und Ihr Immunsystem am effektivsten stärken und vorbereiten können.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Das Immunsystem dient zur Erkennung und zur Abwehr von Krankheitserregern, mit denen wir täglich in Berührung kommen. Der Aufbau des Immunsystems ist komplex: Es besteht aus vielen verschiedenen Zellen und Abwehrstoffen (Antikörper, Komplementsystem), die gemeinsam für unsere Gesundheit sorgen. Die meisten Zellen des Immunsystems befinden sich im Blut, in den Lymphknoten und in den Schleimhäuten von Nase, Mund und Darm. Die Zellen des Immunsystems arbeiten dabei stets zusammen. Sobald Krankheitserreger, also Bakterien und Viren, in unseren Körper eindringen, werden diese „Fremdlinge“ durch sogenannte Makrophagen als Eindringlinge erkannt. Im nächsten Schritt „alarmieren“ die Makrophagen weitere Zellen aus der Gruppe der sogenannten Leukozyten und Lymphozyten. Wurden die Leukozyten und Lymphozyten aktiviert, so leiten diese die Zerstörung des Krankheitserregers ein. Dies tun sie durch die Herstellung von speziellen Abwehrstoffen (Antikörper) oder durch einen direkten Angriff auf den Krankheitserreger.

Ein gut funktionierendes Immunsystem ist die Grundlage unserer Gesundheit, weswegen auf eine gesunde Lebensweise zu achten ist, um das Immunsystem so zu stärk

Das Immunsystem fit machen

Das Immunsystem leistet täglich und rund um die Uhr seinen Dienst und schützt uns so davor, dass wir ständig durch Bakterien und Viren erkranken, die stets, wenn auch unsichtbar, in unserer Umgebung sind. Deswegen ist es gerade jetzt sehr wichtig, das Immunsystem zu stärken und zu trainieren und es somit – wie bei einem Boxkampf – möglichst gut auf die Gegner, die Krankheitserreger, vorzubereiten.

Doch wie kann man sein Immunsystem stärken? Generell gibt es dafür viele Möglichkeiten. Zu den allgemein empfohlenen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems zählen:

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen. Vitamine lassen sich in vielen Obst- und Gemüsesorten finden, Vitamin D kann der Körper bei ausreichender Lichtzufuhr auch selber herstellen. Empfohlen wird der Verzehr von mindestens 5 Portionen unterschiedlicher Gemüse- und Obstsorten am Tag („5 am Tag“), beziehungsweise von 3 Portionen Gemüse (rund 400 Gramm) und zwei Portionen Obst (rund 250 Gramm) täglich. Auch sollte auf eine ausreichende Aufnahme von Spurenelementen wie Zink geachtet werden. Zink ist vor allem in Fisch und Fleisch vorhanden, aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie z. B. Haferflocken, Linsen und Nüssen. Ein Zinkmangel kann zu einer Schwächung des Immunsystems und somit zu einer erhöhten Anfälligkeit für Erkrankungen führen.
  • Eine ausreichende Trinkmenge von täglich 1,5 bis 2 Litern, am besten Wasser oder ungesüßtem Tee.
  • Ausreichend Schlaf, wobei die optimale Schlafdauer für jede Person verschieden sein kann. In der Regel sollte man jedoch jede Nacht etwa 7 bis 8 Stunden schlafen.
  • Vermeidung von Stress, sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität. Empfohlen wird Bewegung für mindestens 150 Minuten pro Woche, zum Beispiel 30 Minuten ohne Unterbrechung an 5 Tagen pro Woche. Dadurch können unter anderem der Blutdruck gesenkt, das Körpergewicht gehalten und der Zuckerkrankheit – Diabetes mellitus – vorgebeugt werden.
  • Vermeidung von gesundheitlichen Risiken wie beispielsweise Rauchen. Rauchen schwächt nicht nur das Immunsystem, sondern kann auch die Lungen stark schädigen und uns so anfälliger für Erkrankungen machen.
  • Impfungen, zum Beispiel gegen eine bakterielle Lungenentzündung und gegen Grippe (Influenza). Impfungen sind wie eine Art Schule für das Immunsystem. Durch die Impfung „lernt“ es, dass bestimmte Bakterien und Viren für den Körper schädlich sind und bildet entsprechende Antikörper. Somit kann sich das Immunsystem rechtzeitig vorbereiten und den Krankheitserreger aus dem Impfstoff in Zukunft sicher abwehren. Das heißt, wir erkranken nicht oder nur sehr schwach an Infektionen, gegen die wir geimpft worden sind. Impfungen sind insbesondere für Kleinkinder sowie für Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sehr wichtig. Doch leider gibt es nicht gegen alle Erkrankungen Impfungen. Gegen SARS-CoV-2 beispielsweise gibt es bisher noch keinen Impfstoff und man kann nur durch die oben beschriebenen Maßnahmen versuchen, das Immunsystem zu stärken und sich so gegen das Virus zu schützen.

Neben dem Versuch, das Immunsystem zu stärken und so eine Infektion zu verhindern, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen mit Seife (für mindestens 20 Sekunden), insbesondere vor dem Essen oder nachdem man unterwegs (z. B. im Supermarkt) war. Unterwegs kann zusätzlich eine Händedesinfektion mit speziellen Desinfektionsmitteln erfolgen. Auch sollten Gegenstände, die wir tagsüber viel nutzen, wie beispielsweise Handys, desinfiziert werden, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Dadurch können Bakterien und Viren reduziert und das Risiko einer Infektion verringert werden.
  • Kontakte mit Mitmenschen meiden oder zumindest Schutzmaßnahmen beachten, wie ausreichend Abstand halten und auf Händeschütteln und Umarmungen verzichten.
  • Husten oder Niesen nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge.
  • Vermeiden sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  • Der Gebrauch von Mund-Nase-Schutzmasken wird mittlerweile zur Eindämmung des Coronavirus empfohlen und in bestimmten Bereichen sogar zur Pflicht. Die Masken schützen vor allem andere vor einer Ansteckung, indem sie verhindern, dass weniger Krankheitserreger in die Luft gelangen, wenn man redet, niest oder hustet. Professionelle Atemschutzmasken sollten allerdings dem medizinischen Personal in ausreichender Anzahl vorbehalten bleiben. Beim Tragen eines Mundschutzes beachten Sie bitte, dass ein regelmäßiger Wechsel der Maske erfolgen sollte und die Masken dann entsorgt oder gereinigt werden müssen. 

Wann kann man von einer Grippe sprechen?

Leide ich an der Grippe, einer Erkältung oder vielleicht doch an COVID-19? Gemeinsam haben diese drei Erkrankungen, dass sie durch Viren ausgelöst werden, und dass es sich um Erkrankungen der Atemwege handelt. Doch wie kann man sie voneinander unterscheiden?

Die Grippe (Influenza) wird durch Influenzaviren verursacht und kann durch eine Impfung verhindert werden. Eine Grippe beginnt meist plötzlich und führt zu einer raschen Verschlechterung. Typische Symptome sind Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten und Kopfschmerzen. Nach einigen Tagen klingen die Symptome in der Regel wieder ab. Während gesunde Patienten die Erkrankung meist ohne weitere Komplikationen überstehen, können ältere und geschwächte Patienten unter Umständen schwer erkranken.

Im Gegensatz dazu treten die Symptome einer Erkältung (grippaler Infekt) im Normalfall langsamer auf und sind milder. Neben Schwächegefühl sind Niesen, Halsschmerzen und Schnupfen typische Anzeichen einer Erkältung. Fieber fehlt bei den meisten Patienten. Der Verlauf einer Erkältung ist bei den meisten Patienten mild und es sind keine weiteren Folgen zu erwarten.

Die Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während einige, vor allem junge Patienten, keine oder nur milde Krankheitssymptome verspüren, erkranken andere Patienten deutlich schwerer, in seltenen Fällen auch lebensbedrohlich. Dies betrifft vor allem ältere Patienten oder solche, die bereits an chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus) leiden. Zu den häufigsten Beschwerden einer Infektion durch das Coronavirus zählen Husten, Fieber, allgemeines Schwäche- und Krankheitsgefühl. Auch von einem plötzlich auftretenden schwerwiegenden Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns wird immer öfter berichtet. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung mit Lungenversagen entwickeln.

Eine klare Trennung ist allein aufgrund der Beschwerden meistens nicht möglich, weswegen man bei stärkeren Beschwerden mit einem Arzt sprechen sollte. Bei Symptomen und einem begründeten Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sollten Sie sich an das Gesundheitsamt in Ihrer Nähe wenden oder die 116117 anrufen.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnostik sollte bei ausgeprägten Symptomen oder starkem Krankheitsgefühl immer durch einen Arzt erfolgen. Neben einer Befragung und einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt auch Blutwerte kontrollieren, Abstriche aus dem Rachen oder der Nase entnehmen.

Bei uns im Labor können wir anhand eines Rachenabstriches mit Hilfe eines PCR-Tests den Erreger für die Grippe und häufig auch den Erreger des grippalen/respiratorischen Infekts diagnostizieren.

Atemwegstest

Eine Infektion mit dem Coronavirus wird ebenfalls durch einen PCR-Test nachgewiesen, allerdings erfüllen die Standorte von „Mein Direktlabor“ nicht die notwendigen Voraussetzungen für die Abklärung. Coronatests führen wir daher nicht durch.

Die Therapie erfolgt je nach der Erkrankung, die der Arzt vermutet.

Wird eine Grippe diagnostiziert, so wird der Arzt ggf. ein Medikament verschreiben und dem Patienten empfehlen, sich über einige Tage zu schonen und nahen Kontakt zu anderen Menschen zu meiden, um eine Ansteckung gesunder Menschen zu verhindern. Bei ausgeprägten Symptomen oder geschwächten Patienten kann eine Überwachung im Krankenhaus erforderlich sein. Zu der Einnahme von frei verkäuflichen Medikamenten wie „Grippostad C“ kann nach aktueller Studienlage nicht geraten werden.

Eine Erkältung kann nicht gezielt durch ein Medikament behandelt werden. Vielmehr sollte der Patient sich schonen und auf eine ausreichende Trinkmenge und Nahrungsaufnahme achten. Eine Linderung der Beschwerden kann beispielsweise durch Schmerzmittel wie Ibuprofen, durch abschwellende Nasentropfen oder durch schleimlösende Mittel erreicht werden. Insbesondere die Beschwerden einer Erkältung lassen sich oftmals gut durch Hausmittel lindern.

Die Behandlung der durch das Coronavirus verursachten Erkrankung gestaltet sich hingegen deutlich schwieriger. Oberste Wichtigkeit hat dabei, dass Patienten isoliert werden und dass alle Personen, die weiterhin Kontakt mit der erkrankten Person haben müssen (Pflegepersonal, Ärzte) sich durch Schutzkleidung ausreichend vor einer Ansteckung schützen. In den Fällen, in denen Betroffene nicht schwer erkrankt sind, reicht eine Überwachung, während im schlimmsten Fall eine Behandlung auf einer Intensivstation mit künstlicher Beatmung nötig sein kann. Ein Impfstoff gegen den Coronavirus ist bisher noch nicht verfügbar, ebenso wenig wie wirksame Medikamente. 

Es hat mich erwischt – Hausmittel oder Medikamente?

Kann die Behandlung auch mit Hausmitteln aus der alternativen Medizin oder der Naturheilkunde erfolgen?

Eine allgemeingültige Aussage ist hierzu leider nicht möglich. Ob und wann Hausmittel zum Einsatz kommen können, ist abhängig von der Erkrankung, der Schwere der Symptome und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Bei ansonsten gesunden Personen und leichten Symptomen ist eine Behandlung mit Hausmitteln zu vertreten, bei stärkeren Symptomen sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden, der dann über die Einleitung einer medikamentösen Therapie entscheidet, um schnellstmöglich eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erzielen.

Häufig angewandte Hausmittel gegen Erkältungs- und Atemwegssymptome sind ausgewählte Teesorten – zum Beispiel Ingwertee. Weitere Empfehlungen sind eine ausreichende tägliche Trinkmenge, der Verzehr von Hühnerbrühe (welche unter anderem Zink zur Stärkung des Immunsystems enthält), das Inhalieren von warmem Wasserdampf (der mit Extrakten aus Thymian, Kamille und Eukalyptus angereichert werden kann) sowie Erkältungsbäder mit speziellen Badezusätzen. Des Weiteren kann mit Salbeilösung gegurgelt werden, um Halsschmerzen zu lindern. Auch eine Nasendusche mit Salzwasser wird empfohlen. Moderate Bewegung, zum Beispiel in Form von kleinen Spaziergängen im Freien, kann ebenfalls zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands führen, wobei man sich jedoch in keinem Fall körperlich verausgaben sollte.

Fazit

Vollständig verhindern lassen sich Infektionserkrankungen nicht, dennoch kann vieles dazu beitragen, das Immunsystem unseres Körpers zu stärken und so das Risiko einer Erkrankung oder zumindest eines schweren Verlaufs zu verringern.

Quellen:
aok-erleben.de/omas-hausmittel-7-einfache-tipps-bei-erkaeltung/
www.netdoktor.at/gesundheit/immunsystem-schwach-tipps-6854080
www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity
flexikon.doccheck.com/de/Influenza
flexikon.doccheck.com/de/Grippaler_Infekt
www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2002387
www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2005477
www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/zink-hilft-bei-erkaeltung-zink-staerkt-immunsystem-haut-und-naegel_id_4723229.html
www.116117.de/de/coronavirus.php

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