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12.07.2017 -  Anja Proft

Zeckenzeit – Wie Sie eine Zecke richtig entfernen

Schaubild Zecke entfernen

Zeckenstich – Was tun? Pünktlich zur Zeckenzeit häufen sich die Medienberichte dazu, wie man die Blutsauger am besten entfernt. Dabei tauchen immer wieder abenteuerliche Methoden, wie z.B. Zecken „rausdrehen“ oder die Verwendung von Klebstoff, auf. Teilweise verursachen diese jedoch großen Schaden.

In Deutschland ist die Schildzecke (gemeiner Holzbock) die am meisten verbreitete Zeckenart und für die Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich. Umgangssprachlich wird meist von einem Zeckenbiss gesprochen. Richtigerweise müsste es allerdings „Zeckenstich“ heißen, da die Zecke über einen Stechrüssel verfügt. Je nach Region und Entwicklungsstadium der Zecke können beim Saugakt verschiedene Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen und dem Darm der Zecke in den Körper des Menschen gelangen. So können Zecken gefährliche Infektionen verursachen.

Ab einer Durchschnittstemperatur von 7 – 9 ° C ist die Zecke aktiv, sodass in den Monaten April bis Oktober die meisten Zeckenstiche erfolgen. Entgegen der Meinung vieler fallen die Zecken jedoch nicht von den Bäumen, sondern befinden sich v.a. im hohen Gras. Auch in den Städten und Gärten sind Zecken zu finden. Beim Aufenthalt im Gras werden die Zecken dann auf den Menschen abgestreift. Sie „wandern“ dann vom Unterschenkel zu einer optimalen Hautstelle zum Blutsaugen. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen – daher schnell und gründlich absuchen, um die Zecke vor dem Biss zu erwischen.

Die meisten Zeckenstiche werden von uns nicht bemerkt. Durch das Betäubungsmittel im Speichel der Zecke tun diese nämlich nicht weh. Am besten schützen Sie sich durch das Tragen geschlossener Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen, die Hosenbeine in die Socken stecken. Auf heller Kleidung lassen sich Zecken leichter erkennen und entfernen, bevor es zu spät ist. Insektenabweisende Mittel (Stiftung Warentest hat die häufigsten Mittel getestet) halten neben Zecken auch Stechmücken vom Leib. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollten Sie den Körper gründlich nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen dünne, gut durchblutete und geschützte Haustellen der Körpervorderseite. Besonders beliebt sind Kniekehlen, der Bauch- und Brustbereich, die Achselhöhlen, der Schritt sowie bei Kindern der Kopf, Haaransatz und Nacken. Befindet sich eine Zecke am Körper, sollten Sie diese so schnell wie möglich entfernen.

Zecke richtig entfernen – Anleitung

Da das Übertragungsrisiko verschiedener Krankheiten mit der Saugzeit der Zecke steigt, ist rasches Handeln wichtig! Entfernen Sie die Zecke am Körper am besten so schnell wie möglich. Dazu eignet sich eine Zeckenzange oder auch eine Zeckenkarte, die in der Apotheke oder Drogerie erhältlich sind. Alternativ kann auch eine spitze Pinzette verwendet werden. Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke beim Entfernen nicht zu stark drücken, da sonst die Krankheitserreger freigesetzt werden. Verwenden Sie keine Zusätze wie Öl, Klebstoff oder Alkohol. Diese können ebenfalls zu einer vermehrten Übertragung der Erreger führen. Manchmal bedarf es mehrerer Versuche. In der Haut steckenbleibende Teile des Stechapparats stellen keine Gesundheitsgefahr dar und werden meist nach einiger Zeit selbst vom Körper abgestoßen.

Zecke entfernen mit einer Zeckenzange

Öffnen Sie die Zeckenzange ganz und setzen Sie diese unter und über der Zecke am Zeckenkopf, dicht an Ihrer Haut, an. Klemmen Sie die Zecke ein und ziehen Sie die Zecke langsam und kontrolliert, senkrecht zur Haut, heraus.

Desinfizieren Sie den Stich nach Entfernen der Zecke!

Zecke entfernen mit einer Zeckenkarte

Schieben Sie die Zeckenkarte flach auf der Haut unter die Zecke. Fixieren Sie die Zecke in der v-förmigen Auslassung. Entfernen Sie die Zecke durch eine Bewegung der Zeckenkarte nach vorne und oben.

Desinfizieren Sie den Stich nach Entfernen der Zecke!

Zecke entfernen mit der Pinzette

Setzen Sie die spitze Pinzette direkt an der Haut an und umschließen Sie die Zecke. Achten Sie darauf, dass der Hinterleib der Zecke nicht gequetscht wird. Ziehen Sie nun die Zecke langsam und kontrolliert, senkrecht zur Haut, heraus.

Desinfizieren Sie den Stich nach Entfernen der Zecke!

Wann sollten Sie nach einem Zeckenstich zum Arzt gehen?

Sie sollten die Haut im Bereich der Einstichstelle unbedingt beobachten. Eine auffällige, meist kreisförmige Rötung (sog. Wanderröte, Erythema migrans) kann sich einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich bilden und deutet auf eine Borreliose hin. Das weitere Vorgehen sollten Sie dann mit einem Arzt besprechen.

Manchmal bleibt die typische Rötung um die Einstichstelle aus. Treten nach ein bis zwei Wochen typische Symptome wie Fieber (ohne Husten und Schnupfen), Müdigkeit oder Erschöpfung sowie schubweise auftretende Gelenkschmerzen auf, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Borreliose, auch als Lyme-Krankheit bezeichnet, ist eine durch Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit. Die Übertragung der Borrelien auf den Menschen erfolgt durch einen Zeckenstich, wobei das Übertragungsrisiko ab einer Saugzeit von 12 Stunden ansteigt. Deutschland gilt als Hoch-Endemie-Gebiet; bis zu 30 % der Zecken sind mit Borrelien infiziert. Gegen Lyme-Borreliose kann man sich nicht impfen lassen. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien und kann mitunter schwere Verläufe nehmen. Die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, eine Hirnhautentzündung) tritt v.a. in Süddeutschland auf. Eine rechtzeitige Impfung kann vor einer Übertragung schützen.

Untersuchung von Zecken auf Borrelien

Die Diagnosestellung der Lyme-Borreliose ist schwierig, da sich spezifische Antikörper gegen Borrelien meist erst ca. 4 - 6 Wochen nach dem Stich im Blut bilden. Auch nach einer überstandenen Infektion bleiben Antikörper nachweisbar. Die Untersuchung der Zecke auf Borrelien liefert ein schnelles Ergebnis, ob die Zecke infiziert ist und das Risiko einer Borrelien-Übertragung durch diese Zecke überhaupt besteht. Die sog. PCR (Polymerase-Kettenreaktion) wird im Labor durchgeführt und weist Genmaterial von Borrelien in der Zecke nach. Die PCR gilt als sehr zuverlässige Methode für den Direktnachweis der Erreger in der Zecke. Ist die Zecke infiziert, bedeutet dies noch keine vorliegende Infektion. Die Borreliose wird mit Antibiotika therapiert, eine vorsorgliche Behandlung ohne Symptome wird nicht empfohlen.

Zecke auf Borrelien testen

 

Quellen:
www.zecken.de
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html#doc2398672bodyText7
www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html

 

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