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 Mein Direktlabor

Mangelernährung: Wenn Diäten zur Fehlernährung führen

Frau, die zu wenig isst

Diäten und alternative Ernährungsformen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Schnell ein paar Kilo abnehmen oder die Ernährung auf vegetarische oder vegane Kost umstellen – viele Menschen möchten bewusster leben. Doch wenn die Ernährung zu einseitig ist und wichtige Nährstoffe nicht gezielt zugeführt werden, kann es zu einer Mangelversorgung an Vitaminen und Mineralstoffen kommen – mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Zwar ist unser Lebensmittelangebot heute so vielfältig wie nie: Ganzjährig sind gesunde und nährstoffreiche Produkte im Supermarkt verfügbar. Auch das Wissen über ausgewogene Ernährung nimmt stetig zu. Eigentlich sollte man also davon ausgehen, dass Mangelernährung in Deutschland kein Thema mehr ist. Doch weit gefehlt: Zwar sind Essstörungen oder Hunger in Entwicklungsländern klassische Assoziationen mit Mangelernährung – in Deutschland überdeckt das Problem des Übergewichts häufig die Tatsache, dass auch hier viele Menschen unterversorgt sind.

Mangelernährung in Deutschland – ein unterschätztes Problem

Insbesondere ältere Menschen sind häufig betroffen. Schätzungen zufolge leiden bis zu 45 % der Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen an Mangelernährung. Aber auch Jüngere können betroffen sein – etwa durch einseitige Diäten oder stark kalorienreduzierte Ernährungsweisen. Der Trend zu vegetarischer oder veganer Ernährung bringt zwar viele gesundheitliche Vorteile mit sich (z.B. niedriger Blutdruck und Cholesterinspiegel), kann aber bei unzureichender Planung zu Nährstoffdefiziten führen.

Vegetarisch oder vegan – gesund, aber mit Bedacht!
Vegetarier und Veganer ernähren sich in der Regel sehr bewusst. Eine pflanzenbetonte Ernährung geht oft mit gesundheitlichen Vorteilen einher – z. B. niedriger Blutdruck, besserer Cholesterinspiegel oder geringeres Körpergewicht. Allerdings liefern tierische Produkte wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin B12, Eisen oder Jod, die bei einem vollständigen Verzicht gezielt ersetzt werden müssen – entweder durch angereicherte Lebensmittel oder hochwertige Nahrungsergänzungsmittel.

Supplemente – sinnvoll oder überflüssig?
Bei gesunden Menschen reicht in der Regel eine ausgewogene Ernährung aus, um den Nährstoffbedarf zu decken – mit Ausnahme von Vitamin D. Eine vorsorgliche Einnahme von Vitamin- oder Mineralstoffpräparaten ist daher meist nicht nötig und kann sogar schaden: Viele frei verkäufliche Produkte sind überdosiert und belasten den Körper unnötig. Nur bei nachgewiesenem Mangel ist eine gezielte Supplementierung medizinisch sinnvoll.

Formen der Mangelernährung

Mangelernährung bedeutet, dass der Körper nicht ausreichend mit Energie, Eiweiß oder essenziellen Mikronährstoffen versorgt wird. Dies kann Zellfunktionen und Organleistungen beeinträchtigen und zu zahlreichen Symptomen oder Erkrankungen führen. Man unterscheidet:

Quantitative Mangelernährung
Hierbei fehlt es dem Körper generell an Kalorien und allen Nährstoffen – meist handelt es sich um einen Protein-Energie-Mangel. Er tritt häufig in Entwicklungsländern auf, kann aber auch in Industrieländern durch schwere Erkrankungen (z. B. Krebs, AIDS) oder im Alter (z. B. bei Sarkopenie) vorkommen.

Qualitative Mangelernährung
Bei dieser Form wird zwar genug Energie aufgenommen, aber nicht in der richtigen Zusammensetzung. Es fehlen wichtige Vitamine oder Mineralstoffe. Häufige Ursache ist eine unausgewogene Ernährung – etwa durch häufigen Konsum von Fast Food, stark verarbeiteten Lebensmitteln oder extrem einseitigen Diäten.

Ursachen von Mangelernährung

Ein Nährstoffmangel entsteht, wenn über längere Zeit:

  • zu wenige Nährstoffe aufgenommen werden (z. B. durch Diäten, Essstörungen, Appetitverlust),
  • die Aufnahme gestört ist (z. B. bei Magen-Darm-Erkrankungen),
  • der Bedarf erhöht ist (z. B. bei chronischen Entzündungen, Schilddrüsenüberfunktion),
  • ein starker Abbau von Körpersubstanz stattfindet.

Auslöser für Mangelernährung

Diät halten
Bei einer Diät wird üblicherweise die Zufuhr von Fetten, Kohlenhydraten und/oder Eiweiß reduziert. Die Ernährung kann dadurch einseitiger werden und teilweise ist die Kalorienzufuhr stark reduziert. Werden gesunde, nährstoffreiche Mahlzeiten kleiner, droht ein Vitamin- und Mineralstoffmangel. Immer wieder erfreuen sich gefährliche „Trend-Diäten“ großer Beliebtheit, die ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Bei einer Diät sollte eine bedarfsdeckende Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen sichergestellt sein. 
 

Vegetarische Ernährung
Der Verzicht auf tierische Lebensmittel wirkt sich meist positiv auf die Gesundheit aus. So sind z.B. der Blutdruck, der Cholesterinspiegel und das Gewicht bei Vegetariern meist niedriger als bei Nichtvegetariern. Verschiedene Nährstoffe kommen jedoch in pflanzlichen Lebensmitteln nicht im selben Ausmaße vor wie in tierischen bzw. können vom Menschen schlechter verwertet werden. Zu den sog. kritischen Nährstoffen gehören Eiweiß, Eisen, Vitamin D, Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren und Jod. Stehen Milchprodukte und Eier auf dem Speiseplan (sog. Ovo-Lacto-Vegetarier), kann der Bedarf aller Nährstoffe durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden.


Vegane Ernährung 
Veganer verzichten auf sämtliche Lebensmittel tierischen Ursprungs (inklusive Honig). Diese Ernährung kann sehr gesund sein und zur Vorbeugung bestimmter Zivilisationskrankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten) beitragen. Allerdings birgt sie bei falscher Umsetzung ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Protein, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin B2/Riboflavin, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod, Zink und Selen. Eine gezielte Lebensmittelauswahl und durchdachte Planung unter Einbezug sog. angereicherter Lebensmittel kann zu einer ausreichenden Nährstoffversorgung führen. Eine Sonderstellung nimmt dabei das Vitamin B12 ein. Ohne Zufuhr von Vitamin-B12-Präparaten weisen bis zu 86 % der Veganer einen B12-Mangel auf. Ein B12-Mangel kann schwerwiegende neurologische Störungen sowie eine Blutarmut (megaloblastäre Anämie) nach sich ziehen. Der Status sollte daher regelmäßig überprüft werden. 
 

Alter
Ältere Menschen gehören zu den Risikogruppen einer Mangelernährung. Schlechtere Ernährung aufgrund von Versorgungs- und Zubereitungsproblemen, aber auch Kaubeschwerden und ein abnehmendes Hungergefühl, sind nur eine mögliche Ursache. Ein Protein-Energie-Mangel ist weit verbreitet. Die Funktion der Haut, unter UV-Strahlung Vitamin D zu bilden, lässt nach, sodass eine Vitamin-D-Unterversorgung bei Älteren weit verbreitet ist. Häufig ist auch die Nährstoffaufnahme im Alter reduziert. Dies wird u.a. durch die steigende Medikamenteneinnahme begünstigt. Bei bis zu 30 % der älteren Menschen findet sich ein Vitamin-B12-Mangel. Eine Grunderkrankung (z.B. Magen-Darm-Beschwerden) kann ebenfalls zu einem Nährstoffmangel führen.
 

Bestimmte Krankheiten 
Besonders häufig sind Patienten mit chronischen Krankheiten, wie z.B. Krebs, von einer Mangelernährung betroffen. Erkrankungen des Verdauungstrakts (z.B. Morbus Crohn oder Zöliakie) können die Verdauung und Nährstoffaufnahme erschweren und z.B. einen Vitamin-B12-Mangel begünstigen. Durchfall und Erbrechen führen zu Nährstoffverlusten. Durch eine Infektion oder eine Schilddrüsenüberfunktion ist der Nährstoffbedarf erhöht.

Mangelerscheinungen (Symptome) bei Fehlernährung

Die Symptome hängen vom jeweiligen Nährstoffmangel ab. Häufig sind sie zunächst unspezifisch:

  • Müdigkeit, Schwäche, Blässe
  • Konzentrationsprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Infektanfälligkeit

Spezifischere Folgen sind z. B.:

  • Eisenmangel: Blutarmut (Anämie)
  • Vitamin-D-Mangel: Osteoporose, Knochenbrüche
  • Vitamin-B12-Mangel: Neurologische Störungen bis hin zu dauerhaften Nervenschäden

Manche Mängel, etwa an Vitamin B12, entwickeln sich schleichend – erste Symptome zeigen sich oft erst nach Jahren.

Diagnostik einer Mangelernährung

Da sich die entsprechenden Mangelerscheinungen einer unzureichenden Versorgung mit Nährstoffen teilweise unspezifisch oder erst Jahre später äußern und mitunter gravierende Folgen haben können (z.B. bei einem Vitamin-B12-Mangel), wird die frühzeitige Überprüfung der ausreichenden Versorgung bei verschiedenen Diäten empfohlen. Meist erfolgt diese über eine Blutanalyse, wobei es für bestimmte Mängel verschiedene Laborparameter gibt, die in ihrer Aussagekraft auf einen Mangel variieren. Das Ergebnis ist teilweise schwierig zu interpretieren. So wird z.B. für die Kontrolle des Eisenstatus nicht das Eisen, sondern das aussagekräftigere Eisenspeicherprotein Ferritin im Blut bestimmt. Ein Nährstoffmangel-Test sollte daher nicht in Eigenregie erfolgen, sondern von einem Arzt bzw. einem medizinischen Labor begleitet werden. 

Unser Nährstoffmangeltest

In unseren Direktlaboren führen wir die genau auf Sie bzw. auf Ihre Ernährungsform abgestimmten Analysen zur Bestimmung der Vitamin- bzw. Mineralstoffspiegel durch. Auf Wunsch beraten unsere Ärztinnen und Ärzte Sie an vielen Standorten ausführlich über die für Sie sinnvollen Tests. Eine einfache Blutentnahme reicht für die Nährstoffbestimmung meist aus und mit Hilfe unserer ausführlichen Handlungsempfehlungen können Sie mögliche Nährstofflücken (ggf. über Nährstoffpräparate) anschließend gezielt und schnell schließen. Damit werden nicht nur die Risiken des Nährstoffmangels, sondern auch unnötige Kosten und Belastungen des Körpers durch eine zu hohe oder überflüssige Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen reduziert.

Nährstoffmangel-Test

 

Quellen:
www.netdoktor.de/krankheiten/mangelernaehrung/

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