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arterielle Hypertonie

Die arterielle Hypertonie wird im täglichen Sprachgebrauch Bluthochdruck genannt.

arterielle Hypertonie

Was versteht man unter einer arteriellen Hypertonie?

Beim Krankheitsbild der arteriellen Hypertonie ist der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems dauerhaft und situationsunabhängig erhöht.

Der Blutdruck wird in zwei Werten gemessen: dem systolischen (oberen) Blutdruckwert und dem diastolischen (unteren) Wert. Das Herz pumpt das sauerstoffreiche Blut in die Arterien (systolischer Blutdruck). Danach entspannt sich der Herzmuskel. Dies wird durch den diastolischen Druck beschrieben.

Weiter wird zwischen einer primären und einer sekundären Hypertonie unterschieden. Die sekundäre Hypertonie tritt deutlich seltener auf als die primäre. Die sekundäre Hypertonie entsteht aufgrund einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel einer Erkrankung der Schilddrüse.

Wann spricht man von einer arteriellen Hypertonie?

Die WHO („World Health Organization“, Weltgesundheitsorganisation) definiert eine arterielle Hypertonie mit einem systolischen Blutdruck (oberer Wert) von mehr als 140 mmHg und/oder einem diastolischen Blutdruck (unterer Wert) von mehr als 90 mmHg. Vorübergehende Blutdruckerhöhungen durch Erkrankung, Medikamente oder Schwangerschaft sind in dieser Definition nicht eingeschlossen.

Ein systolischer Blutdruck über 120 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck über 80 mmHg gilt als grenzwertig erhöht. Schwankungen des Blutdrucks im Tagesverlauf sind jedoch normal.

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Ursachen für einen zu hohen Blutdruck können neben einer familiären Veranlagung Bewegungsmangel, Übergewicht oder Stress sein. Auch Rauchen, Alkohol oder ein starker Kochsalzkonsum wirken sich negativ auf den Blutdruck aus. Das Risiko für Bluthochdruck nimmt im Alter zu.

In den Industrieländern kommt Bluthochdruck sehr häufig vor. In Deutschland ist sogar mehr als jeder Vierte davon betroffen.

Was sind mögliche Symptome und Gefahren?

Bluthochdruck verläuft zunächst symptomlos, weshalb er oft lange unerkannt bleibt. Dennoch kann der hohe Blutdruck das Gefäßsystem bereits schädigen, was ihn so gefährlich macht. Unspezifische Anzeichen für hohen Blutdruck können z. B. Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Schlafmangel sein. Bei stark erhöhtem Blutdruck können Luftnot oder Sehstörungen auftreten.

Betroffene erhalten die Diagnose häufig erst, wenn bereits Folgeschäden entstanden sind. Hypertonie gilt als wichtigster Risikofaktor für Nieren-, Gefäß- und Herzerkrankungen. Wenn weitere Risikofaktoren, wie z. B. Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hinzukommen, steigt das Risiko zusätzlich.  Im schlimmsten Fall kann es zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen kommen.

Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?

Bei manchen Personen ist der Blutdruck nur beim Arzt erhöht, da sie nervös sind oder sich gestresst fühlen. Hier wird auch vom „Weißkittelsyndrom“ gesprochen, wovon ältere Personen relativ häufig betroffen sind. Eine einmalige Blutdruckmessung ist daher zur Diagnosestellung einer arteriellen Hypertonie nicht ausreichend. Häufig wird  dafür eine Langzeitblutdruckmessung verwendet, bei der der Patient 24 Stunden eine Blutdruckmanschette trägt, die in Intervallen den Blutdruck misst.

Was können Sie tun, um Bluthochdruck vorzubeugen bzw. zu behandeln?

Durch einen gesunden Lebensstil können Sie Bluthochdruck nicht nur vorbeugen, sondern auch teilweise therapieren. Wenn Ihre Blutdruckwerte erhöht sind, sollten Sie also Ihre Lebensgewohnheiten so schnell wie möglich umstellen. Hierzu gehört v. a. die Reduktion von Übergewicht, eine gesunde Ernährung, sowie ausreichend  Bewegung und die Reduktion von Stress. Ist der Blutdruck nur leicht erhöht, reicht die Lebensstilveränderung häufig aus, um in einen gesunden Blutdruckbereich zu kommen.

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollten Medikamente als ergänzende Therapie hinzugezogen werden.

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